Bonderband Zinkphosphatierung zur Oberflächenveredelung  Slidergrafik

BONDERBAND: DAS MULTITALENT ZINKPHOSPHATIERUNG

Die Besonderheit des sogenannten Bonderbandes ist seine schichtbildende Zinkphosphatierung. Mit der Bandoberfläche chemisch fest verzahnt, ist sie als Grundlage für weitere Verarbeitungs- und Veredelungsschritte ein wahres Multitalent. So sorgt sie zum Beispiel in Kombination mit Schmierstoff für eine gute Umformbarkeit des festen Werkstoffs oder dient als Haftgrund für vielfältige Oberflächenveredelungen. Dank exakt einstellbarer Kapillargrößen ist die Bonderschicht vielfältig einsetzbar.

Durch die Zinkphosphatierung, das sogenannte Bondern, bildet sich auf der Oberfläche des Bandes eine kristalline Schicht aus, die von Hohlräumen und Kapillaren durchzogen ist. Mit ihrem nadelförmigen Aufbau vergrößert sie die eigentliche Bandoberfläche, wodurch eine optimale Oberflächenstruktur für die Weiterverarbeitung entsteht. Im Bonderprozess lassen sich die Schichtdicke, die Kapillargröße und die Oberflächenrauheit exakt einstellen. Der Clou: Da die Bonderschicht chemisch fest mit dem Band verzahnt ist, bietet sie vielfältige Möglichkeiten der nachträglichen Oberflächenveredelung:

  • Einsatz von Seifen
  • Nutzung von Fett, Öl oder anderen Schmierstoffen
  • Aufbringen von Lacken und organischen Beschichtungen
  • Anwendung von nicht-filmbildenden organischen Versiegelungsmitteln
  • Anwendung von anorganischen oder organischen Versiegelungsmitteln

Das Bonderband im Rasterelektronenmikroskop: Die kristalline Schicht der Zinkphosphatierung ist von Hohlräumen und Kapillaren durchzogen. Sie ist als Schmierstoffspeicher oder als Haftgrund bestens geeignet.

SCHMIERSTOFFFUNKTION FÜR KOMPLEXE UMFORMPROZESSE

Etliche Produkte, die aus Bandstahl hergestellt werden, sind eher klein, verfügen jedoch über eine komplexe Geometrie und sind in ihrem Einsatz hoch beansprucht: so etwa Tassenstößel, Nadellagerhülsen, Spann- sowie Umlenkrollen oder Bauteile von Motorsägen und Bohrmaschinen. Die Herausforderung dabei: Für ihren Einsatzbereich benötigen einige Bauteile zusätzlich einen Werkstoff mit erhöhter Festigkeit. Zur Umsetzung ihrer komplexen Geometrie bedarf es jedoch vielfältiger Umformprozesse, für die eine erhöhte Werkstofffestigkeit nicht optimal ist. Eine ideale Lösung für diese zunächst konträr erscheinenden Anforderungen bietet das Bonderband. Die in diesem Fall mit einem speziellen Schmierstoffsystem ausgestattete Oberfläche verringert die Reibung während der Umformvorgänge erheblich und sorgt so für einen Einklang der Gegensätze.

Baroudi Zelit, als Abteilungsleiter Qualitätssicherung für die Bonderband-Produktion bei Waelzholz verantwortlich, erklärt das Prinzip hinter der Schmierstoffträgerschicht des Bonderbandes: „Die Oberflächen von kaltgewalzten Bandstählen werden von uns in einem Phosphatierungs-Prozess speziell veredelt. Dabei erhält der Werkstoff in verschiedenen Produktionsphasen Schichten aus Zinkphosphat, Zinkstearat sowie einer reaktiven Seife. Das Ergebnis ist ein fest mit dem Werkstoff verbundenes Schmierstoffsystem.“

Die serienmäßige Schmierung ermöglicht zudem eine hohe Hubzahl in den Umformprozessen und sorgt für einen geringeren Verschleiß des Umformwerkzeugs. Dabei hält das Bonderband nicht nur den mechanischen und thermischen Belastungen bei komplexen Umformungen stand, sondern gewährleistet seine Schmierleistung aufgrund der Oberflächenvergrößerung auch über mehrstufige Umformprozesse. Der Grund: Das Schmierstoffsystem ist nicht nur auf der Oberfläche aufgetragen, sondern wird über die gesamte Schichtdicke in den Kapillaren eingelagert.

GLEICHBLEIBEND HOHE QUALITÄT AN SIEBEN BONDERBANDLINIEN WELTWEIT

Das Multitalent Bonderband mit seiner Zinkphosphatschicht wird jeweils individuell auf die Anforderungen der Kunden ausgelegt. Für einen Kunden der Automobilbranche zum Beispiel werden die Bänder speziell gebürstet, damit Haftung und Präzision im Tiefziehprozess optimal sind.

„Gemeinsam mit unseren Kunden definieren wir die Einstellung des Bonderbandes. In etlichen Fällen werden auch Sonderlösungen entwickelt“, berichtet Bonderbandexperte Zelit. „Mit unserer Kompetenz betrachten wir dabei stets nicht nur die Anforderungen des späteren Einsatzes, sondern auch die Produktionsprozesse des Kunden. Maschineneffizienz, niedriger Werkzeugverschleiß und eine gleichmäßige Qualität sind hier im Fokus.“

Einmal entwickelt und mit dem Kunden abgestimmt, kann das Bonderband an verschiedenen Waelzholz-Standorten weltweit identisch produziert werden. Aktuell verfügt Waelzholz über sieben aufeinander abgestimmte Bonderbandlinien an Standorten in Brasilien, China und Deutschland. So kann den Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Werkstoffqualität des Multitalents Bonderband geliefert werden.

ZINKPHOSPHATIERTES STAHLBAND: EINSATZMÖGLICHKEITEN

Gleitmittel
mit Seifen, Ölen, Fetten

  •  Verbesserung der Gleiteigenschaften im Umformprozess
  • Verbesserung der Gleiteigenschaften beweglicher Maschinenteile
  • Verbesserung der Einlauf- / Notlaufeigenschaften beweglicher Maschinenteile
  • Verminderung des Gleitwiderstandes

Korrosionsschutz

  • Temporärer Korrosionsschutz bereits mit der alleinigen Zinkphosphatschicht
  • Verbesserter Korrosionsschutz in Verbindung mit Ölen, Seifen und / oder Passivierung

Haftgrund

  • Lackierungen
  • Beschichtungen
  • Elastomere